Schuleinführung, 13. September 2017

 

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde wurden die neuen Schülerinnen und Schüler, begleitet von Eltern, Verwandten und der  Schulgemeinde, an der Schule am Hofgarten begrüßt.

 

 

 

 

 

Die Schüler der zweiten Klasse passen als Paten ganz besonders auf unsere „Neuen“ auf. Und Jeder hatte einen guten Wunsch für sein „Patenkind“ mitgebracht.

 

 

 

 

 

Und der Elternbeirat überreichte ebenfalls eine Zuckertüte – sie fiel natürlich deutlich kleiner aus.

 

 

 

 

Auch die Kinder, die neu in die Schulvorbereitende Einrichtung (SvE) und in den Heilpädagogischen Kindergarten gehen, wurden ganz herzlich aufgenommen.

 

 

 

 

 

Landesausstellung

Die Landesausstellung „Ritter, Bauern, Lutheraner“ findet vom 9. Mai bis 5. November 2017 auf der Veste Coburg statt.

Neben sehr vielen Ausstellungstücke haben die Veranstalter des „Hauses der bayerischen Geschichte“ beschlossen, auch einige Mitmachaktionen anzubieten. Da bot es sich an, den Fundus unserer Schule „lebende Geschichte“ hier einzubeziehen. Wir sind mit zwei Sachen dabei, die von den Besuchern ausprobiert werden können.

Aus dem Umfeld von Lucas Cranach um 1509 existiert ein Bild in der Veste Coburg, das einen kriegsversehrten, beidseitig fußamputierten Bettler auf speziellen Trippen darstellt. Wir haben dieses Hilfsmittel originalgetreu nachgebaut und ausprobiert.
Die Trippen als „Vorläufer der modernen Plateauschuhe“ dienten dazu, nicht im Morast zu versinken. Sie waren serienmäßig schon seit der Römerzeit von den Schuhmachern zu kaufen. Für behinderte Menschen mussten sie entsprechend umgebaut werden.

Die mittelalterliche Rechtsprechung war für unsere Begriffe sehr grausam und unfair. Zur gewünschte Wahrheitsfindung wurden Folterinstrumente verwendet.

Aus dieser Zeit ist auch der Spruch „jemanden Daumenschrauben anlegen“ überliefert. Wir haben dieses Instrument nachgebaut. Damit kann sich jeder vorstellen, dass man vor Schmerzen alles mögliche zugibt, Hauptsache die Schmerzen sind vorüber.

Osterbrunnen 2017

Beim Osterbrunnen 2017 war das Thema Luther und seine Zeit vorgegeben.

Unser Brunnen stand am Marktplatz vor der Sparkasse. Wir haben uns entschieden, nicht die Person Martin Luther in den Vordergrund zu stellen, sondern sein Arbeit. Auf der Platte sind 4 verschiedene Szenen aufgebaut. Alle Teile wurden von Schülern der Oberstufenklassen hergestellt.

Ein Teil zeigt auf sechs Fotoposter verschiedenen Ausführungen von Bibelseiten von 1300 bis 1864. Der Text dazu lautet: So sah die Bibel früher aus.

Im nächsten Teil steht ein sehr großes aufgeschlagenes Buch und zeigt die vier Bibelstellen zum Osterfest. Aus den Buchseiten fliegen Engel nach oben und unten steht ein Teufelchen. Im Hintergrund sind Poster mit Szenen aus dem alten und neuen Testament zu sehen.

Die Verbreitung der Bibel war erst durch den Buchdruck möglich. Also haben wir
eine einfache Druckerpresse in ca. 50×50 cm Format gebaut, große Druckbuchstaben bilden das Wort WAHRHEIT. Das achte Gebot (du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten) hat früher und heute eine sehr große Bedeutung und wird anscheinend viel zu wenig befolgt.

Die letzte Station veranschaulicht den Spruch aus dem Matthäusevangelium, Kapitel 25, Verse 31-46 …. was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt ….
Verschiedene sehr plakativ gestaltete Personen geben sich die Hand und dokumentieren so, dass sie sich respektieren und zusammen arbeiten wollen.
Die klare Aussage der Bibel ist: Alle Menschen sind die Kinder Gottes und wenn jemand sich als Christ bekennt, dann muss er diese Botschaft von Jesus auch annehmen und nach ihr leben. Eine sprechende Blume spielt hier „give peace a chance“ und eine dazu passende Botschaft vor.

Unser Team:

Die Neue Presse Coburg berichtete, dass sich einige Menschen beim Stadtbild Coburg über diesen Brunnen beschwert hatten, denn er sei zu politisch. Daher veröffentlichte der zuständige Lehrer diesen Leserbrief:

Martin Luther ist sehr politisch
Beim Aufbau unseres Osterbrunnens an der Sparkasse äußerte ein Passant lautstark und wörtlich: „ der sieht aus wie hin gekotzt, kein Osterei zu sehen“. Diese persönliche Meinung nahm ich als Leiter unserer Baugruppe emotionslos hin. Eine Diskussion über die wochenlange Arbeit unserer Schüler und dem vielleicht angebrachten Respekt vor ihren Ergebnissen erübrigt sich in solchen Fällen leider.
Das vorgegebene Thema Luther und Mittelalter versuchten wir in vier Szenen bildlich darzustellen. Die Bibel wurde in deutscher Sprache lesbar für alle, eine sehr demokratische Vision. Die vier Evangelien berichten unterschiedlich über das gleiche Ereignis. Ein Meinungsmonopol ist hier nicht festzustellen. Die Forderung aller (!!) Glaubensgemeinschaften auf Wahrheitsliebe, Verzicht auf Lug und Betrug und Verantwortung dem Nächsten gegenüber stellt nicht nur eine religiöse Grundlage dar, sondern ist hochgradig politisch. Elementare Grundregeln des Umgangs miteinander stehen schon in der Bibel. Wenn man sich ernsthaft mit Martin Luther beschäftigt, dann ist es unvermeidlich auch eine politische interpretierbare Szenerie zu visualisieren, Ja, dieser Brunnen sollte zum Lesen und Nachdenken anregen. Das ist anscheinend bei vielen Menschen gelungen.
Bei dem Segment Druckerei wurde von uns bewusst darauf verzichtet das erste Druckwerk Gutenbergs zu zeigen. Denn vor der Bibel wurde 1454 ein Propaganda Flugblatt „ eyn manung der cristenheit widder die durken“gedruckt und verbreitet. Wenn das nicht politisch ist?
Helmut Gensler, Dörfles-Esbach